Folsäure oder Folat: was der Unterschied ist und wer davon mehr braucht

Folsäure oder Folat: was der Unterschied ist und wer davon mehr braucht

Aug 11, 2026Jens Pfeffer

Kurz vorweg: Folat und Folsäure bezeichnen dasselbe Vitamin, aber nicht dieselbe Form. Folat ist die Sammelbezeichnung für die natürlich in Lebensmitteln vorkommenden Varianten, Folsäure ist die synthetisch hergestellte Form, die in Präparaten und angereicherten Lebensmitteln steckt. Auf dem Etikett stehen deshalb oft beide Wörter, und das verwirrt zu Recht.

Warum es überhaupt zwei Begriffe gibt

Folat aus der Nahrung ist empfindlich. Es reagiert auf Hitze, Licht und langes Lagern, entsprechend geht beim Kochen ein erheblicher Teil verloren. Grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte und Kohl sind die klassischen Quellen, aber der Weg vom Feld auf den Teller kostet einiges davon.

Folsäure ist stabiler. Das ist der Grund, warum sie in Präparaten verwendet wird, und der Grund, warum sich Mengen darin verlässlich angeben lassen.

Was Folat im Körper leistet

Folat trägt zur normalen Blutbildung bei, zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel, zur normalen Aminosäuresynthese, zu einer normalen Funktion des Immunsystems, zur normalen psychischen Funktion und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung. Außerdem hat es eine Funktion bei der Zellteilung.

Der letzte Punkt erklärt, warum das Thema in bestimmten Lebensphasen wichtiger wird als in anderen. Überall dort, wo im Körper viel neu gebildet wird, steigt der Bedarf.

Schwangerschaft und Kinderwunsch

Das ist die Situation, in der Folat am häufigsten zur Sprache kommt:

Folat trägt zum Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft bei.

Wichtig ist dabei der Zeitpunkt. Der erhöhte Bedarf beginnt nicht mit dem positiven Test, sondern davor. Deshalb sprechen Fachgesellschaften bei bestehendem Kinderwunsch von einer Ergänzung schon in der Planungsphase.

Wenn du schwanger bist oder es werden möchtest, ist das ein Thema für deine Frauenärztin, nicht für einen Blogartikel. Sie kann einordnen, welche Menge in deiner Situation sinnvoll ist. Was wir hier liefern können, ist die Einordnung der Zahlen auf der Packung.

Was 1.000 µg bedeuten

Die Referenzmenge für Folat liegt bei 200 µg pro Tag. Unsere Folsäure 1000 µg liefert das Fünffache, also 500 % der Referenzmenge, in einer Tablette täglich. 240 Tabletten pro Dose entsprechen einer Reichweite von 240 Tagen.

Diese Höhe ist bei Folsäure üblich und der Grund dafür ist rechnerisch: Der Körper nimmt nicht alles auf, was zugeführt wird, und der Bedarf schwankt je nach Lebenssituation deutlich. Wer sich unsicher ist, ob die eigene Ernährung den Bedarf deckt, klärt das am zuverlässigsten über eine Blutuntersuchung statt über Schätzungen.

Wer noch aufmerksam sein sollte

  • Wer wenig grünes Gemüse und wenig Hülsenfrüchte isst.
  • Wer regelmäßig Alkohol trinkt, das beeinflusst die Aufnahme.
  • Wer bestimmte Medikamente dauerhaft einnimmt. Das ist eine Frage an die behandelnde Praxis.

Kurz zusammengefasst

  • Folat ist die natürliche Form, Folsäure die stabile synthetische. Dasselbe Vitamin, andere Herkunft.
  • Folat trägt zur normalen Blutbildung bei und hat eine Funktion bei der Zellteilung.
  • Bei Kinderwunsch beginnt das Thema vor der Schwangerschaft. Die Menge gehört in ärztliche Hand.
  • Die Referenzmenge liegt bei 200 µg. Unsere Tablette liefert 1.000 µg, also 500 %.

Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht überschreiten. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.


Mehr Artikel